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문학 속의 유토피아: 릴케와 백석과 윤동주 - 시적 주체와 공간의식의 관점에서 : Literarische Utopie bei Rilke, Baek Shuk und Yoon Dong Ju - Die Rolle des lyrischen Subjekts im imaginären Raum der erdichteten Welt

Literarische Utopie bei Rilke, Baek Shuk und Yoon Dong Ju - Die Rolle des lyrischen Subjekts im imaginären Raum der erdichteten Welt

초록/요약

Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht eine ausführliche Analyse des Phänomens, dass sich in den Gedichten „An der weißgestrichenen Wand“ von Baek Shuk (1912-1995) und „Eine Sterne aufzählende Nacht“ von Yoon Dong Ju (1917-1945) seltsamerweise die Namen von Francis Jammes und Rainer Maria Rilke jeweils in einer Zeile nebeneinander finden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt war dieses erstaunliche Phänomen nie Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung gewesen. Ausgangs- punkt der vorliegenden Untersuchung bilden die dichterischen Identitäten der beiden koreanischen Dichter. Am Ende steht eine Analyse des Ziels, das sie in ihren Werken verfolgt haben. Im Vordergrund dieser Studie stehen die lyrischen Aspekte, die man in den Gedichten der beiden koreanischen Dichter feststellen kann, und das wahre Wesen der Utopie, die die beiden anstrebten. Wir analysieren die beiden Gedichte unter Zuhilfenahme der Konzepte ‚Erinnerung‘ und ‚Lyrisches‘ von Emil Staiger und ‚Poetik des Raumes‘ von Gaston Bachelard und Friedrich Bollnow. Nachdem geklärt worden ist, warum die Namen Francis Jammes und Rainer Maria Rilke in den beiden Gedichten gleichzeitig erscheinen, wendet sich die vorliegende Studie der Frage zu, welche Funktion Begriffe wie ‚Erinnerung‘ und ‚Lyrisches‘ unter der Rahmenbedingung der Heimat oder des Hauses haben und in welchem Zusammenhang diese Begriffe mit der literarischen Utopie stehen, die die beiden koreanischen Dichter angestrebt haben. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass Baek Shuk und Yoon Dong Ju von der idyllischen Stelle in Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ in japanischer Fassung, die ihrerseits einen großen Einfluss Francis Jammes‘ aufweist, stark beeinflusst sind. Da sich das Subjekt der oben genannten vier Dichter allesamt im utopisch eingebildeten Raum befindet, wird das Konzept von Gaston Bachelard und Friedrich Bollnow bezüglich des Raums als Werkzeug der weiteren Analyse eingesetzt. Die Gedichte von Baek und Yoon lassen sich problemlos unter die Kategorie der Lyrik im Sinne von Emil Staiger einzuordnen, weil in ihnen der seelische Abstand des Subjekts von dem lyrischen Objekt deutlich ausgeschlossen ist, und rhythmische Kontrolle durch lautliche Wiederholung und der in ihr innenwohnende Atmung lyrische Atmosphäre hervorruft. Die Grundform der Lyrik hat die Struktur der Erinnerung und diese Struktur ermöglicht dem Dichter eine tiefgreifende Reflexion über sich selbst. Indem der Dichter in den Raum der Erinnerung seine Bilder einer idealen Welt hineinwirft, baut er sich eine literarische Utopie. Diesen Umstand kann man nicht nur bei Baek Shuk und Yoon Dong Ju, sondern auch bei Francis Jammes und Rainer Maria Rilke finden. Wenn die Namen Francis Jammes und Rainer Maria Rilke gleichzeitig in Gedichten bei Baek Shuks und Yoon Dong Jus auftauchen, kann man dieses seltsame Phänomen dadurch erklären, dass die beiden in dem Werk des deutschen Dichters Rainer Maria Rilke, der seine Wesensverwandtschaft mit dem französischen Dichter Francis Jammes in einem Brief an Lou Salome bekannt hat, Vorstellungen und Ideen formuliert fanden, die ähnlich ihrer eigenen waren. Für die beiden koreanischen Dichter stellt das lyrische Schreiben einen träumenden und zugleich eigene Erinnerungen idealisierenden Akt dar. Der utopische Raum ist bei den beiden koreanischen Dichtern ein psychologischer und literarisch realisierbarer Raum im Innern des Dichters.

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